Im Rahmen von umfangreichen Ermittlungen haben Ermittler der föderalen Kriminalpolizei Eupen und Limburg, des belgischen und deutschen Zolls, sowie in Zusammenarbeit mit den niederländischen und polnischen Behörden am 09/10/2025 eine internationale kriminelle Gruppierung zerschlagen, welche für zwei Überfalle auf illegale Zigarettenfabriken in Eupen und Maasmechelen in Frage kommt, sowie selber in die Produktion und den Handel mit illegalen Zigaretten verwickelt scheint.
Eingehende Ermittlungen zu einer internationalen Fabrik für illegale Zigaretten
Die Föderale Kriminalpolizei von Eupen hat im Rahmen eines Überfalls Ende Mai 2025 auf eine illegale Zigarettenfabrik in der Region Eupen eingehende Ermittlungen begonnen. Die Ermittlungen fanden in enger Zusammenarbeit mit dem Zoll und unter der Leitung des Untersuchungsrichters von Eupen statt.
Dank dieser umfangreichen Ermittlungen konnte eine mögliche internationale kriminelle Gruppierung identifiziert werden, die hinter dieser Tat vermutet wird. Ein Kommando, bestehend aus etwa zehn Personen. hatte Ende Mai die illegale Zigarettenfabrik in Eupen überfallen und die anwesenden Arbeiter als Geiseln genommen. Die Angreifer waren gut organisiert, bewaffnet und schreckten nicht davor zurück, Gewalt anzuwenden. Sie bedienten sich polizeilicher und sogar militärischer Techniken, Taktiken und Materials. Bei dem Überfall wurde die gesamte illegale Ware und die Produktionsanlagen der Fabrik demontiert und entwendet.
Die darauffolgenden Ermittlungen der föderalen Kriminalpolizei Eupen zeigten in der Folge, dass diese Gruppierung möglicherweise auch weitere Überfälle plant. So stellten die Ermittler fest, dass die Verdächtigen sich regelmäßig in der Region Maasmechelen aufhalten, worauf die Kriminalpolizei Limburg ebenfalls in die Ermittlungen eingeschaltet wurde.
Der Zugriff erfolgte schließlich am Donnerstag, den 09. Oktober 2025. Spezialeinheiten der föderalen Polizei konnten in einer bis dato unbekannten illegalen Zigarettenfabrik in Maasmechelen Mitglieder eines Kommandos auf frischer Tat bei einem Raubüberfall mit Geiselnahme stellen und festnehmen. In direkter Folge wurden 32 Personen festgenommen und die vor Ort befindliche Produktionsstätte sichergestellt.
Bei ihren Überfallen waren die Verdächtigen bewaffnet und nutzten gefälschte Polizeiabzeichen und gaben sich als Polizei aus. Potentielle Mitglieder des Überfallkommandos sollen laut Ermittlungen zur Tatbegehung aus dem Ausland angereist sein.
Im Anschluss an den Einsatz der Spezialeinheiten wurden unter der Leitung des Untersuchungsrichters von Eupen fünf weitere Durchsuchungen durch die föderalen Kriminalpolizei von Eupen und Limburg sowie durch den Zoll durchgeführt. Die Durchsuchungen fanden in den Gerichtsbezirken Limburg, Halle-Vilvoorde, Antwerpen und Ostflandern statt.
Bei den Durchsuchungen wurden 5 Feuerwaffen, sowie mehrere andere verbotene Waffen, professionelles technisches Material zur Erschwerung polizeilicher Maßnahmen, Einbruchs- und Kletterwerkzeuge, kugelsichere Westen, Armbinden mit der Aufschrift Polizei, Bargeld, Fahrzeuge und hochwertiger Schmuck gefunden und sichergestellt.
Die gefundenen illegalen Zigaretten und Tabakwaren waren für den europäischen Markt bestimmt. Es konnten auch Verbindungen zu anderen illegalen Zigarettenproduktionsstätten in Lommel, Beersel, Hasselt und Eupen hergestellt werden.
Illegale Zigarettenfabriken: ein internationales Problem
Nach den eingehenden Ermittlungen zeigen sich Verbindungen zu verschiedenen europäischen Ländern: u.a. den Niederlanden, Polen, Deutschland und der Ukraine.
Ein internationales kriminelles Phänomen
Illegale Zigarettenfabriken sind in Belgien ein großes Problem mit sowohl nationalen als auch internationalen Auswirkungen. Es handelt sich um ein komplexes Thema, das mit organisierter Kriminalität und grenzüberschreitenden Netzwerken zusammenhängt. Die belgischen Behörden arbeiten mit internationalen Partnern zusammen, um diesen illegalen Handel zu bekämpfen.
Die Gerichtsbezirke Eupen und Limburg bleiben von organisierter und gewalttätiger Kriminalität nicht verschont. Das Grenzgebiet ist ein idealer Rückzugsort und Schauplatz illegaler Aktivitäten krimineller Organisationen.
Im Kampf gegen diese Form der Kriminalität baut die föderale Kriminalpolizei auf eine enge Kooperation national wie international.
Fortsetzung der Ermittlungen
Die föderale Kriminalpolizei Eupen setzt die Ermittlungen zur internationalen kriminellen Gruppierung fort. Der Zoll setzt die Ermittlungen zu den illegalen Zigarettenfabrikation und -handel fort.
Zusammenarbeit über die Bezirke hinweg
Den gemeinsamen Ermittlungserfolg ermöglicht hat die während der gesamten Ermittlungsdauer hervorragende Zusammenarbeit zwischen dem Untersuchungsrichter und der Staatsanwaltschaft von Eupen, der Staatsanwaltschaft von Limburg, der Spezialeinheiten der föderalen Polizei, der Kriminalpolizei von Eupen und Limburg, des Zolls, sowie der Behörden in den Niederlanden, Deutschlands und Polens. Die Opfer wurden von DKU Limburg (Sozialarbeiter) betreut. Das CIC Limburg (Notrufzentrale) und die Polizeizonen von Limburg haben ebenfalls sehr gute Unterstützung geleistet.
Übersicht über die Ergebnisse :
- Hausdurchsuchungen: bisher insgesamt 8 in Maasmecheln, Machelen, Turnhout, Beersel, Affligem, Antwerpen, Schilde und Sint-Lievens-Houtem.
- Festnahmen vor Ort : 32
- Festnahmen infolge weiterer Ermittlungen : 4
- Erlassene Haftbefehle : 15
- Sicherstellungen :
o 16.434.600 Zigaretten & 15,44 T. geschnittener Tabak
(geschätzter Zoll- & Akzisenbetrug : 24.689.801 €)
o 5 Feuerwaffen und weitere verbotene Waffen
o Kugelsichere Westen
o Professionelles technisches und taktisches Einsatzmaterial
o Armbinden mit der Aufschrift Polizei
o Einbruchs- und Kletterwerkzeuge
o 12 Fahrzeuge
o Bargeld (im Wert von +/-18.000 €)
o Hochwertiger Schmuck (im Wert von schätzungsweise 11.000 €)